| Unschärferelation | |||
| Abigail O'Brien Joachim Brohm Andreas Gursky Hartmut Neumann Walter Niedermayr Simone Nieweg Jörg Sasse Heidi Specker (e.)Twin Gabriel |
Fotografie
als Dimension der Malerei |
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| Öffnungszeiten: | Di - Sa 10-12 Uhr und 14-17 Uhr So 10 - 17 Uhr · Ostermontag 10 - 17 Uhr |
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| Führungen: | Sonntag 2. April, 9. April und 16. April um 11 Uhr Mittwoch 29. März um 16 Uhr |
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| Seit mehr als zehn Jahren boomt auf dem Kunstmarkt ein Medium, das vor wenigen Jahrzehnten noch nicht als Kunstform anerkannt war: die Fotografie. Dieser Boom umfasst nicht nur die Schwarzweißfotografie, die inzwischen in den Rang einer Kunstgattung der klassischen Moderne aufgestiegen ist, sondern auch die zeitgenössische Fotokunst, die der aktuellen Malerei ihren Rang auf dem Kunstmarkt streitig macht. Eine wesentliche Ursache für den Erfolg der aktuellen Fotokunst scheint dabei jenes Phänomen zu sein, mit dem sich diese Ausstellung befasst: die malerischen Elemente in der Fotografie. Dieses Phänomen kann, wie es Stephan Berg vorschlägt, als "Unschärferelation" oder als Prozess der "Hybridisation" d.h. Vermischung bzw. Kreuzung der Gattungen Malerei und Fotografie verstanden werden, in welcher sich die Künstler der technisch-apparativen Bildherstellungsfunktion der Fotografie bedienen, um sie - vor allem im Zeitalter der elektronischen Bildbearbeitung - ihrer freien Kreativität zu unterwerfen. Dies meint der Untertitel der Ausstellung: "Fotografie als Dimension der Malerei". Angesichts der Tatsache, dass ausschließlich fotografische Werke gezeigt werden, könnte man aber auch von der "Malerei als Dimension der Fotografie" sprechen. Diese Umkehrung verweist auf die grundlegende Frage, die hinter diesem gegenwärtig zu beobachtenden Phänomen steckt: Es ist die Frage nach der Bedeutung beider Medien für die kreative Bildproduktion heute. Gegenwärtig scheint es jedenfalls so, als ob sich viele Künstler vor allem deshalb der Fotografie bedienen, weil deren - durch die Technik des Fotoapparats garantierte - Abbildtreue Ausdrucksmöglichkeiten eröffnet, welche das Medium der autonomen Malerei nicht zu bieten vermag. oder anders ausgedrückt: Die Abbildfunktion der Fotografie scheint jene bildnerische Kreativität zu beflügeln, die man im Medium der Malerei gegenwärtig vergeblich sucht. | |||
René Hirner |
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| Zur Ausstellung erscheint ein Katalog | |||
Abigail
O'Brien |
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| "Die Form - das verwendete Medium, aber auch die Art, wie die Komposition zusammengestellt, beleuchtet und fotografiert wurde - ist hier nicht zu trennen vom Gegenstand der Abbildung. Ihr Inhalt führt uns unmittelbar zu den spanischen Stillleben des siebzehnten und achtzehnten Jahrhunderts. Vor allem Velázquez tritt sofort ins Blickfeld." | ||
Peter FitzGerald |
Joachim
Brohm |
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| "Die Handlungen der Abgebildeten sind vollkommen unspektakulär, von einer grenzenlosen Normalität, die ganz und gar der alltäglichen Umgebung entspricht. Die Abläufe sind von ruhigem Gleichmaß, sie weisen kaum Dynamik auf, sind nicht besonders witzig oder aufregend. Allerdings sind die Momente, in denen die Filme belichtet wurden, gerade insofern höchst erwählt, als sie die Menschen wie in einer Art trancehafter Lähmung stillstehen oder verlangsamen. Die Menschen sind nicht die Subjekte der Bilder, sondern erscheinen wie Ausstattungsdetails einer Szenerie." | ||
Daniel Stemmrich |
Andreas
Gursky |
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| "'Rhein' ist ein Bildgewitter. Ein Stück des Flusses als von allem Ornamentalem befreiter Landschaftsextrakt in tödlich exakten horizontalen Streifen aus Wiesengrün, Flußsilber und Himmelshellgrau, der, um neunzig Grad gedreht, auch als Annäherung an die Sublimitätsgesten Barnett Newman'scher Zips gelesen werden kann." | ||
Stephan Berg |
Hartmut
Neumann |
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| "In erster und wichtigster Linie ist Hartmut Neumann Maler. Diese Entscheidung bestimmt auch sein Vorgehen im Bereich seiner Objekte, Skulpturen und fotografischen Arbeiten. Der Maler erzeugt Welten von phantastischer, fabulierender Dichte." | ||
Stephan Berg |
Walter
Niedermayr |
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| "Walter Niedermayrs Landschaftspanoramen dokumentieren Kunst, Geschichte und ökonomische Strukturen unserer Gesellschaft gleichermaßen. Sie sind Zeugnisse der Evolution sowie Ausdruck eines Umgangs des Menschen mit der Natur. Niedermayr steht über den Dingen. Das Geschehen zu seinen Füßen spielt sich in einiger Entfernung ab. Die oftmals zu Poliptychen zusammengeschlossenen Fotografien sind das Resultat seines Anliegens, mit der Originalität eines Einzelbildes, eines einzelnen Augenblickes zu brechen." | ||
Silke Bitzer |
Simone
Nieweg |
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| "Naturräume. Keine unberührten, idealisierten Ur-Landschaften, keine spektakulären Aufnahmen exotischer Länder, sondern der vom Menschen kultivierte Außenraum ist das Thema, dem sich Simone Nieweg in ihren Fotografien widmet: Felder und Gärten, in die Weite führende Wiesen und Weiden, bearbeitete, aber auch brachliegende Äcker, den Horizont abschließende Laubbäume und Tannenwälder: Ohne dass der Mensch selbst jemals zu sehen wäre, sind seine Spuren sehr wohl sichtbar." | ||
Julia Pascual |
Jörg Sasse |
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| "Jörg Sasses Bilder der letzten Jahre sind digital, das heißt am Rechner veränderte Fotografien, Aufnahmen von Amateuren. In gewisser Weise stehen digital bearbeitete Bilder jenseits von Malerei und Fotografie. Sie verfügen über Möglichkeiten von beiden Medien, ohne dass eine Festlegung nötig erscheint." | ||
Andreas Kreul |
Heidi
Specker |
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| "Angeschnittene Gebäudeblöcke. Der Blick nach oben erzeugt stürzende Linien, suggeriert ein labiles Gleichgewicht. Die Konturen der Gebäude verschwimmen, ihre Binnenzeichnung löst sich in farblich akzentuierte, geometrische Strukturen auf, wodurch die Architektur zum Skelett, die Fenster zu saugenden Löchern werden. Die Gebäude wirken anziehend, entziehen sich aber zur gleichen Zeit. Sie zeigen sich als flimmernde Hülle, als Gespenst ihrer selbst." | ||
Antonia Ingelfinger |
(e.) Twin
Gabriel |
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| "Zwischenbereiche des Privaten sind schwer zu fotografieren. Das Berliner Künstlerpaar (e.) Twin Gabriel stellt Computerprints her, die mit einer digitalen Kamera aufgenommen und am Rechner bearbeitet wurden. Ihre Abfolge erinnert an sukzessive Momente eines Videos. Statt des singulären Abzugs bekommt man divergierende und doch ähnliche Situationen zu sehen. So wird der Charakter des Besonderen, das Einzelbild, in einen Serienzusammenhang überführt, während die Einmaligkeit des Dargestellten jedoch weiter besteht." | ||
Harald Fricke |